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Reise in die Wolgaregion - auf den Spuren der Vorfahren / По следам предков HD

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Категория ролика: История немцев

Dokumentation der Reise in das Gebiet der ehemaligen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen (Автономная Советская Социалистическая Республика Немцев Поволжья / Awtonomnaja Sowetskaja Sozialistitscheskaja Respublika Nemzew Powolschja). Mein Vater und ich haben die Heimat unserer Eltern und Großeltern an der Wolga nie gesehen. Er ist in Kasachstan geboren und aufgewachsen, dann zweimal ausgewandert: 1975 in die Bundesrepublik Deutschland und 1999 auf die Kanarischen Inseln. Ich wurde in Heidelberg geboren. ……………… Auszug aus dem Reisetagebuch: 7. September 2017 матушка Волга / Matuschka Wolga / Mütterchen Wolga Mit dem Nachtzug von Moskau über Saratov nach Engels, ehemalige Hauptstadt der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen (Автономная Советская Социалистическая Республика Немцев Поволжья / Awtonomnaja Sowetskaja Sozialistitscheskaja Respublika Nemzew Powolschja). Die Deutschen und ihre Republik sind weg, Stiefmütterchen Wolga bleibt. Wild und schön ist sie. 8. September 2017 Gnadentau, heute Werchnij Jeruslan, Geburtsort meiner Großmutter Emma Leis. Im Dorf auf der Wiesenseite der ehemaligen Wolgarepublik steht noch die lutheranische Kirche, in der Emma (geborene Ebel) getauft wurde. Die Kirche im neu-gotischen Stil blieb erhalten und wird Schritt für Schritt restauriert. Emma ist in Gnadentau in den Kindergarten und in die Schule gegangen, hat ihre gesamte Jugend dort verbracht. Emma war seit ihrer Deportation nach Sibirien 1941 nie wieder in ihrem Geburtsort, aber ihre Energie ist noch zu spüren. Wir treffen zufällig auf Lydia Müller, nachdem wir Bauarbeiter im Dorf nach Deutschen gefragt haben. Sie ist die letzte Wolgadeutsche in Gnadentau, hunderte Familien sind bereits ausgewandert. Sie ist mit ihrer Familie in den 1960er Jahren "illegal" aus dem Altai als Kind in die Wolgaheimat ihrer Eltern gekommen. Es stellt sich heraus, dass wir verwandt sind. Ihre Tante ist eine geborene Ebel, wie meine Großmutter. Sie ist sehr verblüfft auf uns zu treffen - ein Wolgadeutscher aus Kasachstan, der in den 1970er Jahren in die Bundesrepublik ausgewandert ist, 1999 weiter nach Spanien, auf Kanarischen Inseln. Und sein in Deutschland geborener Sohn, der kein Russisch spricht. Mein Vater schenkt ihr Maracujas aus seinem eigenen Garten. Diese Südfrucht hat Lydia Müller noch nie gesehen. Sie revanchiert sich mit einem selbst zubereiteten Essen und schenkt meinem Vater Samen aus ihrer Kürbiszucht. Nun wachsen in seinem Garten in Tenerifa Kürbisse aus der Wolgasteppe. 10.September 2017 Die (Wolga-) Steppenwölfe sind wieder zurück in Moskau. Während unseres Roadtrips haben mein Vater und ich mit unserem Mietwagen über 850 Kilometer zurückgelegt, die Wolga mit der Fähre überquert, wilde Straßen bezwungen, Pannen gemeistert, uns mit Tschetschenen und Dagestanern verbrüdert, die letzte verbliebene Wolgadeutsche im Heimatdorf unserer Mutter/Großmutter kennengelernt, bei einer Armenierin Schutz gefunden und zahlreiche weitere besondere Momente und Menschen erlebt. ……………… Auf Berg- und Wiesenseite der Wolga haben meine Vorfahren seit Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1941 gelebt. Der Erste Weltkrieg bedeutete eine Zäsur im Leben der Wolgadeutschen. Sie wurden zur kritisch beäugten Minderheit. Manche wanderten aus, in erster Linie nach Nord- und Südamerika. Die Übriggeblieben litten schwer, aber behaupteten sich in der Drucksituation. 1924 entstand eine Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen in der UdSSR. 22. Juni 1941: Beginn des deutsch-sowjetischen Kriegs. In der Sowjetunion wird der Große Vaterländische Krieg (Великая Отечественная война) ausgerufen. Ein Dekret des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941 beschuldigt die deutsche Volksgruppe in der UdSSR der „Kollaboration mit dem Faschismus“. Die gesamte Bevölkerung der Wolgarepublik wird in Viehwaggons nach Sibirien zur Zwangsarbeit deportiert. Die Überlebenden der Konzentrationslager fingen in den 1950er Jahren neu an. Sie bauten Plagiate ihrer alten deutschen Dörfer in den Aussiedlungsgebieten. Die deutsche Sprache blieb aus der Öffentlichkeit verbannt und ihnen war es bei Strafe verboten, in ihre angestammten Siedlungsgebiete zurückzukehren. Jahrzehntelange Bemühungen zur Wiederherstellung einer deutschen Autonomie in der Wolgaregion oder einem anderen Gebiet der Sowjetunion scheiterten. Die deutsche Kultur und vor allem die deutsche Sprache war unter den Nachkommen der Wolgadeutschen mehr als gefährdet. Für ein Leben in Freiheit war die Ausreise aus der Sowjetunion alternativlos. Heute leben etwa 4,5 Millionen Aussiedler und ihre Nachkommen in Deutschland. Bild, Text und Musik: Peter Leis Russische Übersetzung: Irina Rutz

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